Zoo Augsburg
8.2026 Online ansehen
Vipera Berus

Liebe Freundinnen und Freunde des Augsburger Zoos,

nun sind die ersten drei Monate vorbei und ich nähere mich der populären 100-Tage-Grenze. Ich hatte bereits viele Gespräche, lerne den Zoo jeden Tag besser kennen und freue mich aber auch noch auf viele „erste Begegnungen und Gespräche“.

Im Griff hält uns, wie alle anderen auch, die Hitze und die Trockenheit. Als Zoologischer Garten merken wir die Auswirkungen sehr direkt. Nashörner, Löwen, Spornschildkröten und Co. sind an solche Temperaturen angepasst, während andere Tiere die Temperaturen ähnlich empfinden wie die Tierpflegerinnen und Tierpfleger, die sich um sie kümmern. Und dann versuchen wir ihnen durch gezielte Abkühlung und Beschattung die Gluthitze so angenehm wie möglich zu machen. Aber wir haben natürlich auch den Spagat zu schaffen, dass durch die Hitze weniger Besucherinnen und Besucher zu uns kommen und gleichzeitig Futtermittel teurer werden.

Wir wurden ausgezeichnet

Der Zoologische Garten Augsburg ist mit der „Nationalen Auszeichnung – Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ausgezeichnet worden. Damit würdigen das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie die Deutsche UNESCO-Kommission das besondere Engagement des Augsburger Zoos für zukunftsorientierte Bildungsarbeit. Darüber freue ich mich und bin sehr dankbar. Wir haben hier im Zoo nicht nur ein sehr engagiertes Pädagogik-Team, das diesen Preis als Anerkennung für eine richtig gute Bildungsarbeit mehr als verdient hat, sondern Bildung ist im Themenspektrum Artenschutz einer der ganz wichtigen Schlüsselfaktoren. Daher bin ich sehr dankbar, dass wir als Zoo in dieser Thematik ausgezeichnet gut aufgestellt sind.

Besucherumfrage

Auch unsere Besucherinnen und Besucher haben uns ausgezeichnet. Bei einer Besucherumfrage kam heraus, dass unsere Besucherinnen und Besucher nicht nur selbst gerne wiederkommen, sondern uns auch gerne weiterempfehlen. Für uns bedeutet das, dass wir eine gute Basis haben, auf der wir uns weiterentwickeln können.

Ex-situ-Artenschutz muss gesellschaftlich und behördlich anerkannt werden

Ich finde es immer wieder erschreckend, dass der ex-situ-Artenschutz, also der Artenschutz außerhalb der Lebensräume, viel zu oft noch nicht anerkannt ist, obwohl sich Deutschland mit der Unterschrift der so genannten Rio-Konvention dazu verpflichtet hat und obwohl die internationale Naturschutzorganisation IUCN deutlich darauf hinweist, dass wir den ex-situ-Artenschutz bei der Überwindung des anthropogenen Artensterbens brauchen.

Gerade zeigt sich das in Deutschland beim Feuersalamander. Im Botanischen Garten der Stadt Bielefeld in NRW gab es die wahrscheinlich stärkste Population der Art in Deutschland. Bis Bsal, ein für Feuersalamander tödlicher Hautpilz, in den Botanischen Garten verschleppt wurde. Seitdem geht die Population dort stark zurück: Ausgang völlig offen. Vergleichbare Fälle zeigen eine extrem starke Dezimierung bis hin zu lokalen Ausrottungen. Daher hatte die Artenschutzorganisation Citizen Conservation, die auch von uns unterstützt wird, beantragt, 150 Larven der Natur zu entnehmen und eine Reservepopulation aufzubauen. Dies hat das Umweltamt der Stadt Bielefeld abgelehnt und verweist darauf, dass der Feuersalamander eine besonders geschützte Art nach dem Bundesnaturschutzgesetz ist. Die Entnahme wird abgelehnt, weil „die Erfolgsaussichten derartiger, aufwändiger Ex-situ-Maßnahmen völlig ungewiss“ sind, und weil es „leider hinzunehmen sein [wird], dass einige Arten im Zuge der Veränderungen der Natur- sowie Kulturlandschaft verloren gehen.“

Das ist für mich ein erschreckender Offenbarungseid. Der Feuersalamander ist in Deutschland eine Art der nationalen Verantwortlichkeit. Die Aussage, dass wir es hinnehmen müssen, dass Arten eben aussterben, wenn sich Bedingungen ändern, wird dieser Verantwortung nicht gerecht. Vor allem nicht inmitten des anthropogenen Artensterbens, dessen Ursache in den durch uns herbeigefügten Veränderungen zu finden ist. Es ist richtig, dass die Erfolgsaussichten einer Reservepopulation ungewiss sind. Dafür wissen wir auch noch viel zu wenig über den Hautpilz. Das darf aber kein Grund sein, die Option Reservepopulation nicht in Betracht zu ziehen. Denn wenn die Population im Botanischen Garten Bielefeld verschwunden ist, dann ist so in jedem Fall eine Wiederansiedlung mit Tieren von diesem Standort unmöglich. auch verbaut man sich die Möglichkeit von bestandsstützenden Maßnahmen durch Auswildern von gezüchteten Tieren, was nachweislich einen positiven Effekt auf geschwächte Populationen haben kann und zusätzlich die genetische Diversität der Population vergrößert.

Ihr
Philipp Wagner

Artenschutz

Rettungsaktion Wechselkröte (Bufotes viridis)

Aus unseren Kaulquappen werden gerade Hüpferlinge. So bezeichnet man junge Frösche und Kröten direkt nach der Umwandlung. Gleichzeitig bereitet der LBV im Lebensraum die Ankunft der jungen Kröten vor und baut viele kleine Versteckplätze. Sobald sich alle Kaulquappen umgewandelt haben und die Hüpferlinge „ein paar Reserven“ aufgebaut haben, werden sie dann in das Schutzgebiet gebracht und stützen dort die Population.

Bild 1 Bufotes Viridis Philipp Wagner

Wechselkröte im Augsburger Zoo. Bild: Philipp Wagner, Zoo Augsburg

Erfolg bei den Wiesenbrütern

Seit einiger Zeit unterstützt der Zoologische Garten Augsburg das Wiesenbrüterprojekt des BN in Donauried. Und hier zeigen sich in diesem Jahr gute Erfolge. Durch die Kooperation mit Landwirten, einem Mahd- und Prädatorenmanagement konnten dieses Jahr sechs flügge Brachvögel beobachtet werden. Fünf davon im Mertinger Ried und einer in Unterthürheim. 

Bild 2 Siebethmahd BN

Junger Brachvogel in Donauried. Bild: Bund Naturschutz

Bildung

Elefanten-Tag im Zoo Augsburg

Etwa zwei Jahre nach dem Einzug unserer Elefanten-Bullen Assam und Ta Wan wollen wir am 12. August von 10 bis 17 Uhr zum 2. Mal am internationalen Elefanten-Tag ein besonderes Programm anbieten. Wer schon immer mal einen echten Stoßzahn anfassen oder erfahren wollte, was bei unserem Elefanten-Training passiert, kommt an diesem Tag auf seine Kosten. Als besondere Highlights werden Blicke hinter die Kulissen des Elefantenhauses und Elefanten-Basteln angeboten.

Zudem können Sie viel über das von uns unterstützte Projekt in Endau-Rompin (Malaysia) erfahren. Seit 2021 hat unser Arten- und Naturschutzfonds schon 300.000.- € in das von der Wildlife Conservation Society betreute Projekt gegeben.

Programm:
10:30, 11:30, 12:30, 14:30 & 15:30: Blicke hinter die Kulissen (Treffpunkt im Elefantenhaus)
12:00 Uhr: Tierpfleger-Sprechstunde (Treffpunkt am Außengehege)
14:00 Uhr: Elefanten-Duschen (im Außengehege)
16:00 Uhr: Elefanten-Beschäftigung (im Außengehege)

Bild 3 Elefantentag Zoo Augsburg

Elefantentag im Zoo Augsburg. Bild: Zoo Augsburg

Nationale Auszeichnung für den Zoo Augsburg: 

Ein grünes Klassenzimmer für nachhaltige Entwicklung
Der Zoo Augsburg hat die „Nationale Auszeichnung – Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)“ erhalten. Mit der Ehrung würdigen das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie die Deutsche UNESCO-Kommission unser besonderes Engagement in der Bildungsarbeit. BNE vermittelt Wissen und Kompetenzen, um nachhaltig und verantwortungsvoll zu handeln und ist somit eine wichtige Voraussetzung für den Schutz von Natur und Tierarten. Aus diesem Grund ist der Zoo auch Gründungsmitglied des Augsburger BNE-Netzwerks. Die Verleihung erfolgte am 20. Juli im Rahmen des BNE-Festivals „Wandel als Chance – Mut für das Abenteuer Zukunft“ in Stuttgart.

Bild 4 AuszeichnungBBFSFJ

Übergabe der Nationalen Auszeichnung an den Zoo Augsburg. Bild: BBFSFJ

Mitmach-Safari

Auch in diesem Jahr war die Zoo-Aktion der Joseph-Bernhart-Fachakademie für Sozialpädagogik Krumbach ein großer Erfolg: Kinder jeden Alters hatten auf der „Mitmach-Safari“ großen Spaß an den liebevoll gestalteten Ständen der Studierenden. Die Aktion soll 2027 wiederholt werden.

Bild 5 Mitmachsafari Zoo Augsburg

Mitmach-Safari im Zoo Augsburg. Bild: Zoo Augsburg

Forschung

Verhaltensforschung

Im Juli fanden im Zoo verschiedene universitäre Studien der Verhaltensforschung statt. Neben dem Paarverhalten der Mähnenwölfe wurde auch das Sozialverhalten der Rückenstreifen-Kapuzineraffen beobachtet. Die Ergebnisse fließen später in universitäre Abschlussarbeiten und Publikationen ein

Bild 6 Christine Zöllner Mähnenwölfe1
Bild 7 Snyder Kapuziner1

Studierende im Augsburger Zoo. Bild: Zoo Augsburg

Erholung

Inhaberinnen und Inhaber der Bayerischen Ehrenamtskarte haben im September freien Eintritt in den Zoologischen Garten

Rund 1500 Ehrenamtliche in Augsburg profitieren bereits von der Bayerischen Ehrenamtskarte und den vielfältigen Angeboten und Vergünstigungen im gesamten Freistaat. Und auch in diesem Jahr beteiligt sich der Augsburger Zoo bei den Angeboten für die Inhaberinnen und Inhaber der Bayerischen Ehrenamtskarte, denn sie genießen den gesamten September über kostenfreien Eintritt. Damit bedankt sich der Augsburger Zoo für das so wichtige Engagement der Inhaberinnern und Inhaber der Ehrenamtskarte, die mit ihrem Einsatz einen wertvollen Beitrag für unsere Gemeinschaft leisen. 

Ehrenamtlich engagiert? Jetzt die Bayerische Ehrenamtskarte beantragen!
Die Bayerische Ehrenamtskarte wird vom Büro für Bürgerschaftliches Engagement ausgestellt. Voraussetzung für die Beantragung ist ein nachgewiesenes Engagement seit mindestens zwei Jahren mit durchschnittlich 5 Stunden pro Woche. Alle Infos dazu finden Sie unter augsburg.de/ehrenamtskarte. Das Büro für Bürgerschaftliches Engagement berät Sie gerne: buero.be@augsburg.de oder 0821 324-3043

Tierbestand

Unsere Spornschildkröten (Centrochelys sulcata)

Schildkröten sind eine ganz besondere Tiergruppe. Viele zählen sie noch zu den Reptilien, aber Schildkröten sind eine eigene Gruppe, die zwar mit den anderen „Reptilien“ verwandt, aber eigenständig ist. Entstanden sind Schildkröten vor über 200 Millionen Jahren und damit deutlich vor den bekannten Dinosauriern, die sie später überlebt haben. Heute gehören die Schildkröten zu den am stärksten bedrohten Wirbeltiergruppen. Über 60 % der Arten sind bedroht: Viele von ihnen so kritisch bedroht, dass sie vor der Ausrottung stehen. Da geht es der Spornschildkröte im Vergleich noch gut, denn sie wird von den Spezialisten der IUCN „nur“ als stark gefährdet (Endangered) eingestuft. 

Spornschildkröten sind kleine Riesen, denn nach den Galápagos-Riesenschildkröten und den Seychellen-Riesenschildkröten sind sie die drittgrößten lebenden Landschildkröten und erreichen eine Rückenpanzerlänge von ungefähr 80 cm, sowie ein Gewicht von über 80 kg. Ihr Verbreitungsgebiet ist die afrikanische Sahelzone zwischen Atlantik und dem Roten Meer. 

Und Spornschildkröten genießen gerade die heißen Tage. Sie sind Bewohner des trocken-heißen Graslands mit Halbwüstencharakter und den Buschgebieten mit Grasland und Akazien. Hier sind Tagestemperaturen von über 40 °C die Regel und selbst 50 °C können erreicht werden. Um zu kalten und zu heißen Temperaturen ausweichen zu können, bauen sich Spornschildkröten Wohnhöhlen. Diese können bis zu 4 m tief und 15 m lang sein.

Die Spornschildkröten im Augsburger Zoo heißen Hera, Bella und Samson und sind alle schon über 25 Jahre alt. Wir haben sie vor vielen Jahren von Privathaltern übernommen.

Bild 8 Sulcata Philipp Wagner

Spornschildkröte Hera im Augsburger Zoo. Bild: Philipp Wagner, Zoo Augsburg

Stellenangebote

Werde Teil des Zoo Augsburg

Der Zoo Augsburg sucht Verstärkung in der Tierpflege:

Wer Tiere nicht nur versorgen, sondern den Zoo aktiv mitgestalten, Artenschutzprojekte unterstützen und Wissen an Besucherinnen und Besucher weitergeben möchte, findet hier eine abwechslungsreiche Aufgabe in einem engagierten Team.

Jetzt die passenden Stellenanzeigen
ansehen und bewerben
Veränderungen im Tierbestand
Tierbestand 2026 08 V2
Abmelden   |   Abonnement verwalten   |   Online ansehen
facebook  instagram 

Sie können sich jederzeit über den folgenden Link aus dem Newsletterverteiler austragen lassen und so Ihre Daten löschen:

Daten einsehen & ändern & herunterladen:

https://www.zoo-augsburg.de/?na=nul     
            
Hinweise zum Datenschutz:

https://www.zoo-augsburg.de/datenschutz/     
            
Zoologischer Garten Augsburg GmbH
Brehmplatz 1
86161 Augsburg

Email: info@zoo-augsburg.de

Tel. 0821 567149-0
Fax. 0821 567149-13

Geschäftsführung:
Dr. Philipp Wagner

Registergericht: Amtsgericht Augsburg HRB 6066