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Artenschutz : Sinn und Zweck Zoologischer Gärten

   

Der Zoo Augsburg ist seit wenigen Wochen Partner der "Stiftung Artenschutz", was jetzt auch durch die Stiftungstafel vor dem Steinbockgehege erkennbar ist.

   

Das Ziel der Stiftung, an der sich mittlerweile fast 50 Zoos, Tierparks und Umweltorganisationen in Deutschland, Österreich und Luxemburg beteiligen, ist die Unterstützung von Artenschutzprojekten. Dabei werden ausschließlich Tierarten gefördert, die auf der „Roten Liste“ der Weltnaturschutzorganisation stehen, für die es aber bisher noch keine ausreichende Finanzierung gibt. Durch das Einbinden der Zoos in die Öffentlichkeitsarbeit können jährlich nahezu 20 Millionen Menschen erreicht werden und über die Arbeit der Stiftung und Ihrer Partner informiert werden. Der Zoo Augsburg hält aktuell zwei der von der „Stiftung Artenschutz“ unterstützten Tierarten (Amur-Leopard und Daghestanischer Tur). Dies war natürlich mit ein Grund, sich dem Projekt anzuschließen und damit einen Beitrag zum Erhalt des Lebensraumes zu leisten. Weitere Informationen zur „Stiftung Artenschutz“ und deren Ziele finden Sie im Internet unter www.stiftung-artenschutz.de ZOO Augsburg

 

... vom schweren Weg zurück in die Freiheit und von Hochzeiten, die im Computer geschlossen werden.

Zoos gibt es schon seit mehr als 3.000 Jahren. Während es früher Menagerien waren mit dem Sinn und Zweck, die Besucher zu belustigen oder ihnen die Vielfalt der Tierwelt zu präsentieren, so hat sich diese Auffassung seit etwa 50 Jahren grundlegend geändert.

Erst eine völlig neue wissenschaftliche Disziplin, die Tiergartenbiologie, führte Mitte des letzten Jahrhunderts zu einer konzeptionellen Neuausrichtung der Zoos. Die Zoos orientierten sich mehr nach den Bedürfnissen der Tiere, deren Biologie und einer artgerechten Tierhaltung.

Das Schlagwort, das Heini Hediger (Zoodirektor von Bern, Basel und Zürich, und ein wichtiger Wegbereiter dieser neuen Wissenschaft) prägte, lautet:

„Vom Zwinger zum Territorium“

Früher wurden die Tiere durch massive Absperrungen zwanghaft am Entweichen gehindert. Heute genügen bei vielen Tierarten symbolische Grenzen, die sie ohne Schwierigkeiten überwinden könnten, wenn sie wollten. Die Tiere sind heute vielmehr eingegrenzt durch die von ihnen selbst akzeptierten Territoriumsgrenzen, die sie mit ihren Markierungen versehen.

Es ist völlig falsch, sich ein Tier in einem modernen Zoo als „gefangen“ vorzustellen. Absolute Freiheit gibt es auch in der freien Wildbahn nicht, die Grenzen dort sind zwar für die Menschen unsichtbar, für die betreffende Art durchaus existent. Dazu kommt im Freiland dann noch der tägliche Kampf um die Nahrung, die Vermeidung von Feinden, die Suche nach dem richtigen Partner, der Kampf mit Parasiten und sonstige Krankheiten.

Als naturkundliche Schulen des Volkes vermitteln Zoos heutzutage nicht nur Sympathie und Verständnis, sondern eben auch das praktische Wissen und die Anregung, sich mehr mit der Natur und dem Beobachten lebender Tiere auseinander zu setzen.

Die Zoowelt muss sich stets weiterentwickeln und dabei einen Balanceakt durchlaufen, bei dem den Tieren einerseits mehr artgerechter und abwechslungsreicher Lebensraum angeboten wird, sei dies durch nachgebildete Biotope oder auch Ökosysteme, der zugleich aber auch so gestaltet ist, dass der Besucher aus seiner Alltagsumgebung in eine fremde, exotische Welt entführt wird und sinnvoll mit einem Tiererlebnis aus fast freier Natur in Kontakt kommt.

Für viele Tiere ist der Zoo die letzte Zuflucht, da ihre Lebensräume, in denen sie natürlicherweise vorkommen, immer mehr verschwinden. Zoologische Gärten des 21sten Jahrhunderts sollen und müssen sich neben der wissenschaftlichen Forschung in sämtlichen Bereichen der Zoologie zur wesentlichen Aufgabe machen, aussterbenden Tierarten diese letzte Zuflucht zu bieten.

Europäische Wisente oder Arabische Oryx-Antilopen gäbe es heute nicht mehr, wenn die Zoos nicht die letzten Bestände aufgenommen hätten. Gerade bei diesen drei oben erwähnten Arten existieren dank der Bemühungen und der Zusammenarbeit von Politikern, Naturschutzverbänden und Zoos erfolgreiche Wiederausbürgerungsprojekte und so sind sie jetzt wieder in ihren natürlichen Lebensräumen zu sehen.

Auch der Augsburger Zoo beteiligt sich an Auswilderungsprojekten. Angefangen vom Aufziehen in den Zoo gebrachter verletzter Wildtiere oder von Jungvögeln, die aus dem Nest gefallen sind, bis hin zur Bereitstellung von im Zoo geborener Tiere wie zum Beispiel Uhus oder Steinböcke zum Entlassen in die Natur.

Allerdings ist der Weg bis zur Rückkehr in die so genannte Freiheit für viele Tierarten nicht einfach und erfordert ein langes Training. Südamerikanische Löwenaffen werden z.B. erst in Camps vor Ort an Erfordernisse gewöhnt, die der Kampf um das Überleben in der Natur mit sich bringt. Das Futtersuchen will gelernt sein, ebenso das Vermeiden von Fressfeinden. Wo finde ich Schutz vor schlechtem Wetter oder wie bewege ich mich sicher in 20 Meter hohen Urwaldriesen. All das muss geübt werden und das Training kann, je nach Tierart, viele Monate dauern.

 












 
 

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