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Zoologische Gärten
gibt es schon sehr lange. Bereits 1150 v.
Chr. gründete ein chinesischer Fürst im
Reich der Mitte einen Zoo, der über 700
Jahre Bestand hatte. Noch im Jahr 400 v.
Chr. berichten Chroniken über diesen Zoo.
Die ersten wissenschaftlichen Tiergärten
wurden allerdings erst im 19. Jahrhundert
unserer Zeitrechnung gegründet.
Wahrscheinlich der älteste davon ist der
Londoner Zoo, der im Jahr 1829 öffnete.
Ein wichtiger Aspekt der frühen Zoologischen
Gärten war das Zeigen von exotischen Tieren.
Man kann es sich leicht vorstellen: viele
Tierarten waren unbekannt, die
Reisemöglichkeiten für den Normalbürger
waren begrenzt, Fernsehen gab es noch nicht.
Die fremdartigen Geschöpfe wurden gebührend
bewundert. So ist es nur natürlich, dass es
sich bei den meisten Zoos um Menagerien
handelte, bei denen Einzeltiere einer Art
hinter starken Gitterstäben auf Beton- oder
Holzboden gehalten wurden.
Erst durch eine neue wissenschaftliche
Disziplin, die Tiergartenbiologie, begann
Mitte des letzten Jahrhunderts die
konzeptionelle Umgestaltung der Zoos. Es
wurde begonnen, sich mehr für die
Bedürfnisse der Tiere, für deren Biologie
und Haltungsanforderungen zu interessieren.
Das Schlagwort, das Heini Hediger
(Zoodirektor von Bern, Basel und Zürich, und
ein wichtiger Wegbereiter dieser neuen
Wissenschaft) prägte, lautete: "Vom Zwinger
zum Territorium". Früher wurden die Tiere
durch massive Absperrungen zwanghaft am
Entweichen gehindert. Heute genügen bei
vielen Tierarten symbolische Grenzen, die
sie ohne Schwierigkeiten überwinden könnten,
wenn sie es wollten. Die Tiere sind heute
vielmehr eingegrenzt durch die von ihnen
selbst akzeptierten Territoriumsgrenzen, die
sie mit ihren Markierungen versehen. Es ist
völlig falsch, sich ein Tier in einem
modernen Zoo als "gefangen" vorzustellen.
Freiheit gibt es auch in der Natur nicht,
die Grenzen dort sind zwar für die Menschen
unsichtbar, für die betreffende Art durchaus
existent. Dazu kommt dann dort noch die
Sorge um die tägliche Nahrung, die
Vermeidung von Feinden, die Suche nach einem
Paarpartner, der Kampf mit Parasiten oder
Krankheiten.
Die Problematik in einem modernen Zoo
besteht für die dort lebenden Individuen
vielmehr darin, dass es Ihnen nicht
langweilig wird. Eine große Bereicherung für
die Tiere ist schon, dass sie in natürlichen
Sozialgruppen leben und nicht mehr einzeln
gehalten werden. Oder, wenn möglich, leben
auch mehrere Arten zusammen auf einer
Anlage. Um der Langeweile der Zootiere
entgegenzuwirken, hat sich in den letzten
Jahren eine völlig neue Forschungsrichtung
entwickelt: das "Behavioural Enrichment"
(oder in deutscher Sprache:
"Verhaltensanreicherung"). Die Elefanten des
Augsburger Zoos bekommen Reifen zum Spielen,
den Bären wird Honig auf die Äste gestrichen
oder das Futter versteckt, die Großkatzen
bekommen ihr Futterfleisch in 2,50 m Höhe
angeboten, und vieles mehr.
Die Zoowelt entwickelt sich ständig weiter,
stets im Sinne eines besseren Wohlbefindens
der gehaltenen Tiere.
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